Unzählige Geheimnisse

Unzählige Geheimnisse

Nachwort zu meinem Roman

KAMPF UM DEN GARTEN GOTTES


© 2009 Eich-Verlag, Thomas Eich

Unzählige Geheimnisse birgt die Schöpfung, von denen wir Menschen nichts mehr wissen, nicht einmal mehr etwas ahnen. Wir können zwar vieles mit dem Verstand erklären, wodurch die Wunder der Schöpfung für uns das Wunderbare verlieren, aber den tieferen Sinn und die inneren Zusammenhänge in der Natur kennen wir nicht mehr. Wir haben das Wissen verloren, welche Herrlichkeit der Schöpfer für diese Erde bestimmt hat.

Nehmen wir ein so unscheinbares Beispiel wie den Regen. Wir kennen ihn alle, sind manchmal von ihm genervt, bezeichnen ihn als „schlechtes Wetter“ und wissen zumindest halbwegs, wie der Wasserkreislauf von Verdunstung, Kondensation und Niederschlag funktioniert. Wir können zwar erklären, wie dieses wunderbare Phänomen zustande kommt, und glauben, wir hätten den Vorgang damit erfasst und könnten ihn in unserem Schulwissen abhaken, aber die wahre Größe und Bedeutung des Phänomens Regen ist uns überhaupt nicht bewusst.

Wie herrlich ist es in Wahrheit, dass die Natur, oder besser gesagt ihr Schöpfer, einen Weg gefunden hat, wie Wasser, das an sich schwerer ist als Luft und sich somit gar nicht vom Erdboden erheben könnte, es in verwandelter Form doch kann und sich hoch oben in den Lüften wieder in Wasser zurückverwandelt, als Tropfen zur Erde fällt und den Boden wässert. Wie wunderbar ist es, dass dieses Phänomen seit Jahrmillionen funktioniert und als lebenspendende Schwester der Sonne Leben auf diesem Planeten erst möglich macht. Überall, wo der Wasserkreislauf gestört wird und der lebenswichtige Regen ausbleibt, entsteht Verödung und Verwüstung, muss sich das Leben zurückziehen.

Am Beispiel des Regens lässt sich die für uns Menschen so typische Erhabenheit, Anmaßung und Überheblichkeit erkennen. Wir dünken uns so schlau und wissend, nur weil wir ein paar Einzelheiten des großen Ganzen, das wir Natur nennen, mit unseren Wissenschaften beschreiben können. Aber die volle Komplexität aller ineinandergreifenden Prozesse und Mechanismen können wir nicht einmal ansatzweise verstehen. Es gibt dutzende unterschiedlicher Wissenschaften, die jede für sich Einzelaspekte dieses Gesamtkomplexes beleuchten, aber selbst diese Einzelwissenschaften tasten sich nur langsam voran, müssen große Lücken auf ihrem Wissensgebiet eingestehen und haben es bisher allenfalls zu einem Bruchstückwissen gebracht.

Trotzdem tun wir so, als hätten wir bereits das Gesamtwissen erlangt. Überall greifen wir in den Kreislauf der Natur ein, verändern, gestalten um, wollen das große Ganze in unser kleines Teilwissen, in unsere kleinen kulturellen und zivilisatorischen Errungenschaften hineinpressen, es unseren Wünschen und Bedürfnissen anpassen und leben in der Einbildung, es besser zu wissen und besser zu können als die Natur selbst und als ihr Schöpfer.

Doch welcher Mensch, und sei es der größte Forscher, hätte je Ähnliches erfunden wie den Regen? Wir bejubeln unsere technischen Errungenschaften wie Computer, Internet oder Handys, sind begeistert von den Möglichkeiten der Raumfahrt, der Atomkraft oder der Gentechnik, aber wie nichtig sind sie alle im Vergleich zu so etwas Unscheinbarem und Alltäglichem wie dem Regen und – wie zerstörerisch!

Wie kleine Kinder freuen wir uns über jedes neue Spielzeug, das wir uns schaffen, und merken gar nicht, wie wir alles um uns herum damit kaputt machen.

Wenn die Wissenschaft glaubt, mittels Gentechnik beliebig in den Schöpfungsakt eingreifen zu können, oder wenn bestimmte Wirtschaftsunternehmen sich händereibend ein Lebewesen nach dem anderen patentieren lassen, müsste eigentlich ein Aufschrei durch die Völker der Erde gehen. Überall dort, wo in der Vergangenheit Wissenschaftler oder Industrieunternehmen in ihrem Eigendünkel besserwisserisch in das Gefüge der Natur eingegriffen haben, sind verheerende Folgen daraus erwachsen. Seien es täglich wachsende Wüstengebiete, eine löchrige Ozonschicht oder der Treibhauseffekt.

Der Raubbau an der Natur hat dramatische Formen angenommen. Die Regenwälder werden exzessiv gerodet, Luft, Wasser und Boden aus Eigennutz und Geldgier vergiftet, hochtoxische Abfälle in Gewässer und Meere entsorgt und unzählige Tier- und Pflanzenarten gewissenlos ausgerottet. Was wird erst geschehen, wenn profitorientierte Wirtschaftsunternehmen mit Hilfe der Gentechnik die Natur so umgestalten, wie es am besten in ihr Ertragskonzept passt? Wenn sie versuchen werden, Natur und Umwelt den Gesetzen des allbeherrschenden Marktes anzupassen und die Ressourcen für den Raubbau künstlich zu erhöhen? Welch eine Lebensverachtung zeigt sich in den Machenschaften solcher Unternehmen! Welch ein Hochmut in den Anmaßungen der Wissenschaft! Und Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

In einer Zeit, in der ein Begriff wie Klimakatastrophe zum Wort des Jahres gekürt wird, in der die Abholzung der Regenwälder, die Überfischung der Meere, die Überdüngung der Böden und die Verwüstung und Verödung ganzer Landstriche als normal hingenommen werden, in der Begriffe wie Artensterben, Treibhauseffekt oder globale Erwärmung Alltagsvokabular geworden sind und andere wie Waldsterben oder Saurer Regen bereits veraltet erscheinen, obwohl die dahinter stehenden Bedrohungen brandaktuell sind – in einer Zeit, in der der Wald stirbt, die Ozonschicht löchrig wird und der Erdmagnetismus schwindet, ist es von unerhörter Wichtigkeit, dass wir Menschen wieder erkennen, welch große Bedeutung die Natur für uns hat, dass sie nach wie vor unser Lebensraum ist und wir ohne sie nicht existieren können.

Und genau hier setzt meine märchenhafte Erzählung vom Garten Gottes an. Sie zeigt auf, welch große Bedeutung die Natur für uns Menschen hat und wie sie durch Egoismus, Geldgier und Machtwahn bedroht ist. Gleichzeitig wird aber auch ein Weg gewiesen, wie der Mensch mit der Natur umgehen sollte: Ehrfurcht, Liebe und Andacht sollten das hektische, nur auf Profit ausgerichtete Gebaren des modernen Menschen ablösen, Demut vor der Größe der Schöpfung sein Herz erfüllen. Die Menschen sollten wieder lernen, die Wunder der Schöpfung zu sehen und ihre Größe zu erkennen und hinter ihr den Schöpfer.

Mein Wunsch ist es, dass viele Menschen durch die Lektüre dieses Buches einen neuen Zugang zur Natur bekommen. Die Natur ist keine Ware, die der Mensch kaufen und besitzen kann. Die Natur ist eine unüberschaubar große Vielfalt lebendiger Wesen. Jedes einzelne dieser Lebewesen ist ein Geschöpf Gottes und als solches unserer Liebe wert.

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