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Kategorie: Texte

Pilgerchor

Pilgerchor

Drehbuch für einen Kurzfilm

©  Thomas Eich

 

1   AUSSEN. FRIEDHOF – TAG    1

Ein düsterer, wolkenverhangener Himmel.

Wir senken den Blick und schauen hinab auf einen tristen Friedhof in blattlos herbstlichem Grau. Es regnet.

Im Hintergrund arbeiten ZWEI TOTENGRÄBER an einem frisch ausgehobenen Grab.

Im Vordergrund steht ein ALTER MANN (WILHELM WIECZERWA, 88, ärmlicher Aufzug, Gehstock) vor einem kargen Grab mit einem alten, verwitterten Holzkreuz.

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Geschichtenerzähler

Geschichtenerzähler

Geschichten erzählen, Anstöße geben


Seit uralten Zeiten bereichern Geschichten das Leben der Menschen. Ob Mythen, Märchen oder Legenden, Romane, Epen oder Kurzgeschichten, ob im Schein des Lagerfeuers erzählt, auf der Bühne aufgeführt oder für die Leinwand gefilmt – immer haben Geschichten die Menschen fasziniert, ergriffen und in ihren Bann geschlagen. Geschichten sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Sie begleiten uns seit frühester Kindheit, helfen uns, die Mühen des Lebens zu ertragen, und entführen uns aus dem tristen Grau des Alltags, unterhalten, ergötzen.

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Unzählige Geheimnisse

Unzählige Geheimnisse

Nachwort zu dem Roman

KAMPF UM DEN GARTEN GOTTES

© 2009 Thomas Eich-Verlag


Unzählige Geheimnisse birgt die Schöpfung, von denen wir Menschen nichts mehr wissen, nicht einmal mehr etwas ahnen. Wir können zwar vieles mit dem Verstand erklären, wodurch die Wunder der Schöpfung für uns das Wunderbare verlieren, aber den tieferen Sinn und die inneren Zusammenhänge in der Natur kennen wir nicht mehr. Wir haben das Wissen verloren, welche Herrlichkeit der Schöpfer für diese Erde bestimmt hat.

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Paradies oder Schlaraffenland?

Paradies oder Schlaraffenland?

Betrachtungen zu unserer Lebensweise

© Thomas Eich


Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde und irgendwann auch den Menschen, so zumindest berichtet es die biblische Schöpfungsgeschichte. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, Adam und Eva, pflanzte ihnen einen Garten, setzte sie hinein und segnete sie. Das war das Paradies. Die Menschen lebten in Einheit mit Gott, und Gott gab ihnen alles, was sie zum Leben brauchten. Doch dann kam der Sündenfall, und die Menschen fielen heraus aus der Einheit mit ihrem Schöpfer. Von nun an mussten sie sich selbst mit Müh und Plage erarbeiten, was sie zum Leben brauchten – im Schweiße ihres Angesichts. So die Geschichte.

Doch es gibt noch eine andere Geschichte, ein Märchen, nicht vom Paradies, sondern von einem Land, in dem es zwar keinen Gott, aber ansonsten alles im Überfluss gibt, was Herz und Gaumen begehren: das Schlaraffenland.

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Göttliche Bergsteiger

Göttliche Bergsteiger

Aus der Einleitung zu dem Buch

DER GRALSWEG

© 2013 Thomas Eich-Verlag


Inmitten einer großen Ebene liegt ein mächtiger, hoch aufragender Berg von gewaltiger Ausdehnung. Rund um diesen Berg leben verschiedene Völker. Die einen nahe dem Berg, die anderen weiter weg, die einen auf der Nordseite, die anderen auf der Südseite, die einen im Westen, die anderen im Osten. Sie alle gehen ihren alltäglichen Beschäftigungen nach. Die meisten dieser Menschen haben sich längst an den Berg gewöhnt. Sie sind so in ihre eigenen

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Der Bettler

Der Bettler

Eine Kurzgeschichte aus der Zeit Christi

© Thomas Eich


Laut knallt die Peitsche des römischen Soldaten in der Luft, ehe sie auf den Rücken des blinden Bettlers niederfährt. Mit leisem Stöhnen taumelt der Alte zur Seite und sinkt zu Boden.

„Friede sei mit euch“, ruft er leise dem weiterreitenden Soldaten nach und wischt sich über die Augen.

Ein junger Schmied, der den Vorgang beobachtet hat, tritt aus der Tür seines Hauses und schlendert auf den am Boden Liegenden zu.

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Der Einsiedler

Der Einsiedler

Geschichte einer besonderen Begegnung

© Thomas Eich


Er war schon ein komischer Kauz, der alte Einsiedler. Zum ersten Mal begegnete ich ihm, als ich das Dorf meiner Kindheit besuchte und durch den nahen Wald spazierte. Er saß auf einem verwitterten Baumstumpf, und schon von Ferne merkte ich, wie er mich beobachtete. Mit zusammengekniffenen Augen musterte er mich, und als ich gerade an ihm vorübergehen wollte, sprach er mich an.

„So eilig, junger Freund? Willst du nicht die Stille des Waldes genießen?“

Einladend deutete er auf einen zweiten Baumstumpf neben sich. Ich blieb überrascht stehen, suchte mit hochrotem Kopf nach Worten, die ich nicht fand, und setzte mich schließlich nieder, obwohl ich lieber weitergegangen wäre. Nun erwartete ich eine Unterhaltung, doch sie blieb aus.

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Der Fremde

Der Fremde

Märchenhafte Erzählung über einen ungewöhnlichen Besuch

© Thomas Eich


Es waren einmal zwei Brüder, hagere, baumlange Kerls, die als brave Holzfäller nahe dem großen Wald lebten. Der eine, Uwe, war ein mürrischer Bursche, der froh war, wenn er abends die großen Stiefel ausziehen, in bequeme Schuhe schlüpfen und ins Wirtshaus gehen konnte. Der andere, Hubert, war feinsinniger als sein Bruder. Er liebte es, nach der Arbeit durch den Wald zu streifen, dem Abendsang der Vögel zu lauschen und zu beobachten, wie die Mutter Sonne sich hinter dem Wald zur Ruhe begab. Selbst am Sonntag, wenn der fromme Bruder vor dem Frühschoppen andächtig in der Kirche saß, schlich Hubert sich davon, legte sich ins hohe Gras einer Waldlichtung oder kletterte in die ausladenden Äste einer alten Eiche. Während Uwe mit gefalteten Händen der Predigt des Herrn Pfarrer lauschte, sang Hubert mit den Vögeln oder senkte seinen Blick ins gelbe Auge eines Löwenzahns. So in die wohlige Vielfalt der Natur geborgen, kamen ihm oftmals die merkwürdigsten Gedanken. Ehrfurcht vor der Größe der Schöpfung und die bange Frage nach ihrem Schöpfer durchzitterten seine Seele. Wer mochte all die Schönheiten erdacht und geschaffen haben?

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