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Schlagwort: #christlich

Nero und die Christen

Nero und die Christen

Ein Radiofeature

(Auszug)

© Thomas Eich


Zuspiel 1
:
Prasseln, Knistern und Zischen eines riesigen Feuersturms / Schreie von Menschen / Einstürzende Gebäude (Quo vadis)

Regie:
anspielen, dann unter Reporter liegen lassen

Reporter (fiktiv):
(aufgeregt laut, kann das Getöse kaum übertönen)

Wir stehen hier am Ufer des Tiber. Um uns herum wüten die Flammen. Eine riesige Feuersbrunst wälzt sich über die Stadt. Rom brennt. Drei Bezirke sind schon zerstört. Die Menschen springen in ihrer Verzweiflung in den Fluss. Überall liegen Tote und Verletzte

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Der Fremde

Der Fremde

Märchenhafte Erzählung über einen ungewöhnlichen Besuch


© Thomas Eich

Es waren einmal zwei Brüder, hagere, baumlange Kerls, die als brave Holzfäller nahe dem großen Wald lebten. Der eine, Uwe, war ein mürrischer Bursche, der froh war, wenn er abends die großen Stiefel ausziehen, in bequeme Schuhe schlüpfen und ins Wirtshaus gehen konnte. Der andere, Hubert, war feinsinniger als sein Bruder. Er liebte es, nach der Arbeit durch den Wald zu streifen, dem Abendsang der Vögel zu lauschen und zu beobachten, wie die Mutter Sonne sich hinter dem Wald zur Ruhe begab. Selbst am Sonntag, wenn der fromme Bruder vor dem Frühschoppen andächtig in der Kirche saß, schlich Hubert sich davon, legte sich ins hohe Gras einer Waldlichtung oder kletterte in die ausladenden Äste einer alten Eiche. Während Uwe mit gefalteten Händen der Predigt des Herrn Pfarrer lauschte, sang Hubert mit den Vögeln oder senkte seinen Blick ins gelbe Auge eines Löwenzahns. So in die wohlige Vielfalt der Natur geborgen, kamen ihm oftmals die merkwürdigsten Gedanken. Ehrfurcht vor der Größe der Schöpfung und die bange Frage nach ihrem Schöpfer durchzitterten seine Seele. Wer mochte all die Schönheiten erdacht und geschaffen haben?

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Der Bettler

Der Bettler


Eine Kurzgeschichte aus der Zeit Christi


© Thomas Eich

Laut knallt die Peitsche des römischen Soldaten in der Luft, ehe sie auf den Rücken des blinden Bettlers niederfährt. Mit leisem Stöhnen taumelt der Alte zur Seite und sinkt zu Boden.

„Friede sei mit euch“, ruft er leise dem weiterreitenden Soldaten nach und wischt sich über die Augen.

Ein junger Schmied, der den Vorgang beobachtet hat, tritt aus der Tür seines Hauses und schlendert auf den am Boden Liegenden zu.

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